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Америка сама себе ищет и созда╦т проблемы ... ;(
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в ответ Anonym 15.09.01 16:13
Спасибо за ссылку! Очень интересно!
Вот еще несколько мыслей с другой точки зрения:
Die Muslime wollen Frieden - so wie ich
Eine Warnung vor falschen Urteilen über den Islam von Aydan Özoguz, einer deutschen Muslime. Sie leitet das deutsch-türkische Projekt einer gemeinnützigen Stiftung in Hamburg und kandidiert auf der SPD-Liste für die Hamburger Bürgerschaft
Von Aydan Özoguz
Am Abend des 11. September sitze ich in einer Moschee in Hamburg. Eigentlich sollte hier eine Wahlkampfveranstaltung mit Vertretern aller Parteien stattfinden. Viele Muslime sind gekommen. Unter den Anwesenden herrscht zum Teil Verwirrung, zum Teil noch Unglauben über das, was wenige Stunden zuvor mit dem World Trade Center und dem Pentagon passiert ist. Der Veranstalter drückt den Opfern und deren Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus.
Nach der Diskussion nutze ich die Gelegenheit, mit einigen Teilnehmern intensiver zu sprechen. Sie machen sich große Sorgen. Nicht nur um die Weltpolitik, sondern auch um sich und ihre Kinder. "Wir werden jetzt wieder zu Sündenböcken abgestempelt", meint zum Beispiel Mohammed, "ganz egal, wer letztendlich diesen Anschlag verübt hat."
Ich weiß. Ich bin selbst Muslimin. Hamburg ist meine Heimat. Hier bin ich geboren und groß geworden. Also bin ich Hamburgerin - eine völlig integrierte, wie mir mal hämisch, mal anerkennend gesagt wird. Aber bei der Diskussion um Anschläge und Terrorismus schiebt sich manchmal ein unsichtbarer Graben zwischen mich und viele meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger. So auch jetzt.
Wir alle haben uns die Frage gestellt: Wer macht so etwas? Wer ist zu einer solchen Tat fähig und warum? Gebannt suchen wir in den vielen Sondersendungen und Zeitungsartikeln nach Antworten. Und zumindest eine Antwort scheint sehr wahrscheinlich: Osama bin Laden. Für ihn sprechen die Professionalität der Durchführung und die Entschlossenheit der Entführer. Aber eindeutige Beweise fehlen zunächst.
Am Abend telefoniere ich mit meiner Mutter in Istanbul. Sie ist erleichtert, dass es unseren Verwandten in New York verhältnismäßig gut geht. Aber erstaunt nimmt sie zur Kenntnis, dass die Täter in den deutschen Medien quasi schon feststehen. Zwar berichteten auch alle türkischen Kanäle über die Tat, der Name bin Laden sei ebenfalls aufgetaucht. Aber eigentlich wisse man ja noch nicht ... Wir stocken beide. Was entwickelt sich hier in Deutschland und in vielen Teilen der westlichen Welt? Welche Ängste und Vorbehalte kommen plötzlich wieder hervor?
Plötzlich werde ich sehr empfindlich, reagiere mit Ablehnung in Diskussionen, bei denen über "die Islamisten" gesprochen wird, die wieder einmal verrückt geworden seien. Warum wird nur am Rande berücksichtigt, dass fast alle islamisch geprägten Länder diese Tat verurteilt haben? Warum sehen wir immer wieder Bilder von - einigen wenigen - lachenden Palästinenserkindern? Ich weiß, dass Millionen Muslime auf dieser Welt sich ein friedliches Zusammenleben mit anderen wünschen - so wie ich.
Aber in der westlichen Welt herrscht ein Bild über den Islam, das nahezu ausschließlich von Berichten über radikale Geschehnisse in islamischen Ländern geprägt ist. Dabei gibt es über 1,5 Milliarden Muslime auf dieser Welt. Die meisten leben friedlich mit ihren Nachbarn zusammen - auch in europäischen Ländern. Aber welche Auswirkungen haben solche Taten und die anschließende Berichterstattung auf das Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger auch in unserer Stadt?
Lassen wir uns jetzt in religiöse Lager einteilen, die mit "Gut" und "Böse" überschrieben werden? Und muss ich mich entscheiden, in welches Lager ich gehören möchte?
Snowfire
Вот еще несколько мыслей с другой точки зрения:
Die Muslime wollen Frieden - so wie ich
Eine Warnung vor falschen Urteilen über den Islam von Aydan Özoguz, einer deutschen Muslime. Sie leitet das deutsch-türkische Projekt einer gemeinnützigen Stiftung in Hamburg und kandidiert auf der SPD-Liste für die Hamburger Bürgerschaft
Von Aydan Özoguz
Am Abend des 11. September sitze ich in einer Moschee in Hamburg. Eigentlich sollte hier eine Wahlkampfveranstaltung mit Vertretern aller Parteien stattfinden. Viele Muslime sind gekommen. Unter den Anwesenden herrscht zum Teil Verwirrung, zum Teil noch Unglauben über das, was wenige Stunden zuvor mit dem World Trade Center und dem Pentagon passiert ist. Der Veranstalter drückt den Opfern und deren Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus.
Nach der Diskussion nutze ich die Gelegenheit, mit einigen Teilnehmern intensiver zu sprechen. Sie machen sich große Sorgen. Nicht nur um die Weltpolitik, sondern auch um sich und ihre Kinder. "Wir werden jetzt wieder zu Sündenböcken abgestempelt", meint zum Beispiel Mohammed, "ganz egal, wer letztendlich diesen Anschlag verübt hat."
Ich weiß. Ich bin selbst Muslimin. Hamburg ist meine Heimat. Hier bin ich geboren und groß geworden. Also bin ich Hamburgerin - eine völlig integrierte, wie mir mal hämisch, mal anerkennend gesagt wird. Aber bei der Diskussion um Anschläge und Terrorismus schiebt sich manchmal ein unsichtbarer Graben zwischen mich und viele meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger. So auch jetzt.
Wir alle haben uns die Frage gestellt: Wer macht so etwas? Wer ist zu einer solchen Tat fähig und warum? Gebannt suchen wir in den vielen Sondersendungen und Zeitungsartikeln nach Antworten. Und zumindest eine Antwort scheint sehr wahrscheinlich: Osama bin Laden. Für ihn sprechen die Professionalität der Durchführung und die Entschlossenheit der Entführer. Aber eindeutige Beweise fehlen zunächst.
Am Abend telefoniere ich mit meiner Mutter in Istanbul. Sie ist erleichtert, dass es unseren Verwandten in New York verhältnismäßig gut geht. Aber erstaunt nimmt sie zur Kenntnis, dass die Täter in den deutschen Medien quasi schon feststehen. Zwar berichteten auch alle türkischen Kanäle über die Tat, der Name bin Laden sei ebenfalls aufgetaucht. Aber eigentlich wisse man ja noch nicht ... Wir stocken beide. Was entwickelt sich hier in Deutschland und in vielen Teilen der westlichen Welt? Welche Ängste und Vorbehalte kommen plötzlich wieder hervor?
Plötzlich werde ich sehr empfindlich, reagiere mit Ablehnung in Diskussionen, bei denen über "die Islamisten" gesprochen wird, die wieder einmal verrückt geworden seien. Warum wird nur am Rande berücksichtigt, dass fast alle islamisch geprägten Länder diese Tat verurteilt haben? Warum sehen wir immer wieder Bilder von - einigen wenigen - lachenden Palästinenserkindern? Ich weiß, dass Millionen Muslime auf dieser Welt sich ein friedliches Zusammenleben mit anderen wünschen - so wie ich.
Aber in der westlichen Welt herrscht ein Bild über den Islam, das nahezu ausschließlich von Berichten über radikale Geschehnisse in islamischen Ländern geprägt ist. Dabei gibt es über 1,5 Milliarden Muslime auf dieser Welt. Die meisten leben friedlich mit ihren Nachbarn zusammen - auch in europäischen Ländern. Aber welche Auswirkungen haben solche Taten und die anschließende Berichterstattung auf das Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger auch in unserer Stadt?
Lassen wir uns jetzt in religiöse Lager einteilen, die mit "Gut" und "Böse" überschrieben werden? Und muss ich mich entscheiden, in welches Lager ich gehören möchte?
Snowfire
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