Ликвидация Израиля
В ответ на:И в чём же Вы видите великие достижения китайцев? В культуре, в науке, в искусстве, в экономике √ в чём именно?
<
Der "Schindler von China": Ho Fengshan und die Visa zum Überleben
von Kai Portmann für dpa, März 2002
Die Verzweiflung wuchs. Nazi-Deutschland hatte Österreich annektiert, Adolf Hitler sich auf den Straßen Wiens für den "Anschluss" feiern lassen. Tausende von Juden standen Hilfe suchend vor den ausländischen Konsulaten. Doch viele Staaten hatten Ende der 30er Jahre längst ihre Grenzen für die vom Nazi-Terror Verfolgten geschlossen. "Visa, wir sprachen ständig über Visa. Ausreisevisa. Transitvisa. Einreisevisa. Wo konnten wir hingehen?", schrieben die damals Ratlosen später in ihren Erinnerungen.
Ho Fengshan erfüllte den Traum von den rettenden Papieren. Während andere
Konsulate in Wien Schilder mit dem lapidaren Hinweis "Keine Ausstellung von Visa" aufhängten, gab Chinas Generalkonsul jedem Juden, der danach fragte, das Dokument zur Flucht aus Österreich, ein Visum zum Überleben. "Ich habe jedes Mittel genutzt. Unzählige Juden wurden so gerettet", notierte er. Der "Oskar Schindler von China" wird Ho genannt. Doch während die Taten des deutschen Geschäftsmanns durch den Film "Schindlers Liste" weltweit bekannt sind, dringt die Geschichte des chinesischen Diplomaten nur langsam, wie jetzt durch eine Ausstellung in Schanghai, an die Öffentlichkeit.
"Seit vier Jahren wird über meinen Vater geforscht", sagt Ho Manli, die Tochter. Erst nach seinem Tod 1997 hat sie mehr über das erfahren, was Ho Fengshan in Wien getan hat. Zeit seines Lebens habe
ihr Vater selten darüber gesprochen. Gemeinsam mit Historikern des Projekts "Visa for Life", das weltweit nach Spuren von Diplomaten sucht, die sich für die Rettung von Juden in der Nazi-Zeit eingesetzt haben, hat Ho Manli rekonstruiert, was ihr Vater vor ihrer Geburt für die verfolgten Juden geleistet hat.
Der 1901 geborene Ho Fengshan, der Englisch und Deutsch sprach und einen Doktortitel in Politischer Ökonomie an der Universität München erworben hatte, war von 1938 bis 1940 Generalkonsul der chinesischen Nationalregierung in Wien. Den "Anschluss" Österreichs und die Verfolgung der Juden erlebte er dort. In Gegensatz zu der Politik Chinas und der Weisung des Botschafters in Berlin war er bereit, jüdischen Flüchtlingen Visa auszustellen. "Ich hielt es für natürlich, Mitgefühl zu
haben", meinte Ho.
"Schanghai" schrieb er als Ziel auf die Visa, wohl wissend, dass für die unter japanischer Besatzung stehende Hafenstadt kein Einreisepapier benötigt wurde. Aber mit dem Ziel "Schanghai" konnten die Juden erst einmal heraus aus Österreich, auch wenn sie dann auf abenteuerlichen Wegen in die USA, nach Südamerika, nach Australien oder Palästina entkamen.
Im Mai 1940 verließ Ho Wien. Nach dem Sieg der Kommunisten im chinesischen Bürgerkrieg floh er 1949 mit der Nationalregierung nach Taiwan. 1973 wurde er pensioniert und zog nach San Francisco um, wo er im Alter von 96 Jahren starb. Wie viele Juden Ho vor dem Tod in den Vernichtungslagern der Nazis bewahrt hat, ist ungewiss. Unter den Überlebenden gibt es einzelne Stimmen, die
die Bedeutung seiner Visa in Frage stellen. Doch Israels Gedenkstätte für den Holocaust, Yad Vashem, hat keine Zweifel an den Verdiensten Ho Fengshans. Ende 2000 wurde der "Schindler von China" als ein "Gerechter" geehrt". Zur Eröffnung der Ausstellung in Schanghai erinnerte ein Vertreter von Yad Vashem an eine Weisheit aus dem jüdischen Talmud: "Wer nur ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt."
>
|Lex salus populi suprema