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Израильские солдаты убили американку
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in Antwort Roker 17.03.03 08:05
<USA> требования
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Artikel erschienen am 18. Mär 2003
http://www.welt.de/data/2003/03/18/53862.html
Tod einer Amerikanerin in Israel
USA fordern Aufklärung: Ein Armee-Bulldozer schleift eine Friedensaktivistin in den Tod
von Norbert Jessen
Tel Aviv - Über zwei Stunden störten Freiwillige aus aller Welt am Sonntag israelische Soldaten bei der Zerstörung eines palästinensischen Hauses in Rafach. Die 23-jährige Rachel Corrie aus den USA kletterte auf einen Geröllhügel und winkte dem anrollenden Bulldozerfahrer zu. "Dabei rutschte sie aus und fiel vornüber direkt unter die Schaufel", berichten Augenzeugen von der Organisation "Internationaler Schutz für Palästinenser". Doch anstatt stehen zu bleiben, habe der Bulldozer Rachel Corrie noch etwa zehn Meter mitgeschleift. Kurze Zeit später starb sie an ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus von Rafach.
Nach israelischer Darstellung wurde kein Haus zerstört, sondern Gesträuch entwurzelt. Zwischen dem benachbarten Flüchtlingslager und der ägyptischen Grenze wird ein 500 Meter breiter Sicherheitsstreifen angelegt. Ein rollender Betonblock soll Rachel Corrie tödlich getroffen haben, vermutete Israels Armeesprecher nach ersten Ermittlungen. Er sprach sein Bedauern aus.
Die US-Botschaft forderte Konsequenzen für die Verantwortlichen.
In der Nacht zum Montag kam es zu weiteren Aktionen der israelischen Armee, die erneut so umfangreich waren wie fast in jeder Nacht der vergangenen Wochen.
Gleichzeitig umstellten israelische Soldaten Häuser im Flüchtlingslager Nuserat östlich von Gaza. In folgenden Gefechten wurden sieben Palästinenser getötet, darunter der Anführer der lokalen Dschihad-Untergrundzellen Muchammad Saafin. Unter den Opfern ist auch ein zweijähriges Mädchen. Das Haus, in dem sich Saafin verschanzt hatte, wurde anschließend zerstört. Am Morgen kam es zu Razzien nördlich von Gaza, bei denen zwei Palästinenser umkamen - neun getötete Palästinenser in zwölf Stunden, darunter Zivilisten. Zwölf Palästinenser waren in solchen Aktionen bereits am Wochenende getötet worden, auch unter ihnen Zivilisten. Nicht erwähnt: Dutzende Verletzte jeden Tag und jede Nacht.
Am Montagmorgen nahmen Soldaten den palästinensischen Abgeordneten Hussam Chadr in Nablus fest, ein Arafat-Regimekritiker und Fatach-Mitglied. Vorher war nicht bekannt, dass Chadr auf der Fahndungsliste stand. Er wurde im Schlafanzug abgeführt.
Der Kolumnist Reuven Pedhazur fragte im Radiosender "Kol Israel": "Wer zählt noch diese Aktionen? Wen interessiert, wo etwas passiert, wie es dazu kam? Wer fragt auch nur, ob dieses ununterbrochene Blutvergießen tatsächlich den Terror eindämmt?" Die Frage stellte Pedhazur mit dem Hinweis, dass alle israelischen Militärexperten immer wieder vor Übergriffen auf die Zivilbevölkerung warnen, soll die Terrorbekämpfung wirklich fruchten.
Wie nach ähnlichen Fällen wird das weltweite Interesse am Tode Rachel Corries wohl bald verklingen. Sie schrieb im Februar, wie schwer es ist, im Nahen Osten die Wirklichkeit zu erkennen: "Selbst meine eigenen Erfahrungen jetzt sind nicht die Realität. Denn Israels Armee hätte arge Schwierigkeiten, würde sie auf eine unbewaffnete US-Bürgerin schießen."
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Artikel erschienen am 18. Mär 2003
http://www.welt.de/data/2003/03/18/53862.html
Tod einer Amerikanerin in Israel
USA fordern Aufklärung: Ein Armee-Bulldozer schleift eine Friedensaktivistin in den Tod
von Norbert Jessen
Tel Aviv - Über zwei Stunden störten Freiwillige aus aller Welt am Sonntag israelische Soldaten bei der Zerstörung eines palästinensischen Hauses in Rafach. Die 23-jährige Rachel Corrie aus den USA kletterte auf einen Geröllhügel und winkte dem anrollenden Bulldozerfahrer zu. "Dabei rutschte sie aus und fiel vornüber direkt unter die Schaufel", berichten Augenzeugen von der Organisation "Internationaler Schutz für Palästinenser". Doch anstatt stehen zu bleiben, habe der Bulldozer Rachel Corrie noch etwa zehn Meter mitgeschleift. Kurze Zeit später starb sie an ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus von Rafach.
Nach israelischer Darstellung wurde kein Haus zerstört, sondern Gesträuch entwurzelt. Zwischen dem benachbarten Flüchtlingslager und der ägyptischen Grenze wird ein 500 Meter breiter Sicherheitsstreifen angelegt. Ein rollender Betonblock soll Rachel Corrie tödlich getroffen haben, vermutete Israels Armeesprecher nach ersten Ermittlungen. Er sprach sein Bedauern aus.
Die US-Botschaft forderte Konsequenzen für die Verantwortlichen.
In der Nacht zum Montag kam es zu weiteren Aktionen der israelischen Armee, die erneut so umfangreich waren wie fast in jeder Nacht der vergangenen Wochen.
Gleichzeitig umstellten israelische Soldaten Häuser im Flüchtlingslager Nuserat östlich von Gaza. In folgenden Gefechten wurden sieben Palästinenser getötet, darunter der Anführer der lokalen Dschihad-Untergrundzellen Muchammad Saafin. Unter den Opfern ist auch ein zweijähriges Mädchen. Das Haus, in dem sich Saafin verschanzt hatte, wurde anschließend zerstört. Am Morgen kam es zu Razzien nördlich von Gaza, bei denen zwei Palästinenser umkamen - neun getötete Palästinenser in zwölf Stunden, darunter Zivilisten. Zwölf Palästinenser waren in solchen Aktionen bereits am Wochenende getötet worden, auch unter ihnen Zivilisten. Nicht erwähnt: Dutzende Verletzte jeden Tag und jede Nacht.
Am Montagmorgen nahmen Soldaten den palästinensischen Abgeordneten Hussam Chadr in Nablus fest, ein Arafat-Regimekritiker und Fatach-Mitglied. Vorher war nicht bekannt, dass Chadr auf der Fahndungsliste stand. Er wurde im Schlafanzug abgeführt.
Der Kolumnist Reuven Pedhazur fragte im Radiosender "Kol Israel": "Wer zählt noch diese Aktionen? Wen interessiert, wo etwas passiert, wie es dazu kam? Wer fragt auch nur, ob dieses ununterbrochene Blutvergießen tatsächlich den Terror eindämmt?" Die Frage stellte Pedhazur mit dem Hinweis, dass alle israelischen Militärexperten immer wieder vor Übergriffen auf die Zivilbevölkerung warnen, soll die Terrorbekämpfung wirklich fruchten.
Wie nach ähnlichen Fällen wird das weltweite Interesse am Tode Rachel Corries wohl bald verklingen. Sie schrieb im Februar, wie schwer es ist, im Nahen Osten die Wirklichkeit zu erkennen: "Selbst meine eigenen Erfahrungen jetzt sind nicht die Realität. Denn Israels Armee hätte arge Schwierigkeiten, würde sie auf eine unbewaffnete US-Bürgerin schießen."
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