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Кому и зачем нужна "политкорректность"?
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boltik2003 постоялец
в ответ Allmend 23.11.03 12:50
Boltik hat über Einiges nachgedacht Allmend. Im folgenden bediene ich mich einer "toitschen" Sprache, um besser meine Meinung darzulegen. Bräuchte aber zuerst einen kurzen "Anlauf" zum Thema der politischen Korrektheit.
Als Religion in der Moderne für die breite Masse der Bevölkerung nicht mehr "in" war, d.h. als obsolet eingestuft wurde, traten Weltanschauungen an ihre Stelle. Sie wurden mit Begriffen bezeichnet, die auf ....ISMUS enden. Weltanschauung = Theorie, die sich zusammensetzt aus: Philosophie (schon vorhanden) + Ideologie + Wissenschaft.
Folgende Theorien sind bekannt (im angelsächsischen Sprachraum + Russland + ...):
Marksismus (nicht meine Kompetenz zu erklären was das ist)
Liberalismus ( "John Locke" ; "Adam Smith" ; "John Stuart Mill" ) --> Der liberale Grundsatz: Behandle einen Menschen immer als Individuum und nie als Teil einer Gruppe.
Faschismus (durch Sowjets geprägt) alias Nationalsozialismus.
Diskurstheorie - Kulturalismus ("Michel Foucault") -- für unser Thema relevant, deswegen grobe Beschreibung:
-Modernisirung als Prozess der Disziplinierung. Michel Foucault geht es um Verquickung von Sprache und Macht. Die Herrschaftssysteme der Sprache, die wie Staatsgebiete durch Grenzen als Hoheitszonen kenntlich! gemacht sind, nennt Foucault DISKURSE.
Der Dekonstruktivismus ("Jacques Derrida") --- Diese Theorie ist der Kern unserer folgenden Debatte. Dabei gehe ich im Besonderen auf solche Wortschöpfungen, wie "NJEGR" ; "TSCHUKTSCHA" und "KAFFER" (künstlich entstanden in der deutschen Kolonie Südwestafrika; --> Quelle: Gerhard Seyfried "Herero")
Derridas Überlegungen sind schwer nachzuvollziehen. Seine Sprache ist praktisch unverständlich. Deshalb folgender Satz, der von dem Gothaer Professor Galletti stammt:
"Das Schwein trägt seinen Namen zurecht, denn es ist wirklich ein sehr unsauberes Tier".
(Im folgenden ist sehr wichtig die Begriffe "SIGNIFIKANT" und "SIGNIFIKAT" auseinanderzuhalten.)
Es ist die Unterstellung, dass die Lautfolge "Schwein" (-dito-:Njegr) schon das Wesen der Unsauberkeit ausdrückt. Tatsächlich ist sie aber ganz willkürlich und nichts an ihr drückt das Wesen des Schweinischen aus. Ein Schwein heißt nicht Schwein, weil das Wort treffend das Wesen dieses Tieres bezeichnet, sondern damit wir es nicht mit dem Wort "Schein" oder "Schwan" verwechseln. An sich spräche nämlich nichts dagegen, den weißen Vogel Schwein zu nennen, und das Rüsseltier Schwan. Dann würde man von "Schweinensee" , von "Leda und dem Schwein" , dem "Schloß Neuschweinstein" und dem "Schwein von Avon" sprechen.
Derrida glaubt nun, dass diese "akustische Täuschung" das ganze westliche Denken geprägt hat. Da es durch die Illusion von der unmittelbaren Anwesenheit des Logos (der Bedeutung, d.h. SIGNIFIKAT) gekennzeichnet ist, spricht Derrida von LOGOZENTRISMUS.
Dieses logozentrische Denken stellt "Anwesenheit" in den Mittelpunkt. Vor allem aber: der Logozentrismus unterschlägt die Selbständigkeit des SIGNIFIKANTEN, indem er ihn als unwichtig hinstellt und auf einen sekundären Posten verweist. ---> Paradebsp.: KAFFER (nur als SIGNIFIKAT erfundenes Wort. Bedeutung von KAFFER später)
Diese Asymmetrie setzt sich fort in einer Serie von Gegenbegriffen, bei der immer eine Seite höher bewertet wird als die andere: Mann/Frau Idee/Gegenstand Original/Kopie Wesen/Erscheinung.
Diese asymmetrischen Gegenbegriffe organisieren die symbolische Ordnung unserer Kultur und bestimmen was Sinn ist.
Mit anderen Worten Sinn ist Herrschaft. Die Verdrängung findet schon immer im Zeichensystem statt.
Unter dem Einfluß von Derrida und Foucault hat sich Gesellschaftskritik in Kritik an den kulturellen Symbolsystemen verwandelt.
Derrida bezeichnet die europäische Kultur nicht nur als logozentrisch, also rational, sondern auch als phallokratisch, also männlich.
Die Asymmetrie bei den Gegenbegriffen SIGNIFIKANT (Zeichen) / SIGNIFIKAT (Bedeutung) findet sich wieder in der Asymmetrie FRAU/MANN.
Entsprechend hat die abendländische Kultur sowohl die anderen Kulturen symbolisch enteignet!! ("tschuktscha" ; "njegr") als auch die Kultur der Weiblichkeit kolonisiert.
Gerade die Revolte der Feministinnen besteht aus einer Eroberung der Diskurse durch Symbolpolitik (s. an dieser Stelle "Frauenparkplatz")
Dabei zwingen sie die Gesellschaft sich nach einer neuen feministischen "Etikette" zu richten. (Bsp: "Frauenparkplatz")
Vor allem werden häßliche, diskriminierende Ausdrücke in schöne Ausdrücke verwandelt: man sagt nicht mehr "klein", sondern "vertikal herausgefordert" .. nicht mehr "doof", sondern "andersbegabt". Außerdem wird Gleichberechtigung der Geschlechter hergestellt: neben den Killer tritt die Killerin.
Politische Korrektheit: Der Sozialismus ist nach seinem Zusammenbruch von einem Kulturalismus beerbt worden.
Es ist heute die Moralisierung des Meinungsmarktes durch Schaukämpfe und Kampagnen zu beobachten. Ein falsches Wort in der Öffentlichkeit und schon bist du reif (geeignet) für die Vorführung vor dem Wohlfahrtsausschuss.
Der Meinungsmarkt ist selbst ein Schlachtfeld geworden. Jeder kann sich selbst seine eigene Theorie aus schon vorhandenen "zurechtstricken". Man kann falsch und richtig liegen, man muss also vorsichtig! sein. Zur Orientierung gibt es Warnschilder mit Aufschriften wie:
"Faschistisch. Betreten verboten - Lebensgefahr"
"Machistisch. Betreten auf eigene Gefahr. Söhne haften für ihre Väter"
"Achtung! Schlechte Wegstrecke. Eurozentrisch. Logozentrisch. Phallokratisch"
"Vorsicht, elitär"
"Biologistisch. Schleudergefahr"
Als Religion in der Moderne für die breite Masse der Bevölkerung nicht mehr "in" war, d.h. als obsolet eingestuft wurde, traten Weltanschauungen an ihre Stelle. Sie wurden mit Begriffen bezeichnet, die auf ....ISMUS enden. Weltanschauung = Theorie, die sich zusammensetzt aus: Philosophie (schon vorhanden) + Ideologie + Wissenschaft.
Folgende Theorien sind bekannt (im angelsächsischen Sprachraum + Russland + ...):
Marksismus (nicht meine Kompetenz zu erklären was das ist)
Liberalismus ( "John Locke" ; "Adam Smith" ; "John Stuart Mill" ) --> Der liberale Grundsatz: Behandle einen Menschen immer als Individuum und nie als Teil einer Gruppe.
Faschismus (durch Sowjets geprägt) alias Nationalsozialismus.
Diskurstheorie - Kulturalismus ("Michel Foucault") -- für unser Thema relevant, deswegen grobe Beschreibung:
-Modernisirung als Prozess der Disziplinierung. Michel Foucault geht es um Verquickung von Sprache und Macht. Die Herrschaftssysteme der Sprache, die wie Staatsgebiete durch Grenzen als Hoheitszonen kenntlich! gemacht sind, nennt Foucault DISKURSE.
Der Dekonstruktivismus ("Jacques Derrida") --- Diese Theorie ist der Kern unserer folgenden Debatte. Dabei gehe ich im Besonderen auf solche Wortschöpfungen, wie "NJEGR" ; "TSCHUKTSCHA" und "KAFFER" (künstlich entstanden in der deutschen Kolonie Südwestafrika; --> Quelle: Gerhard Seyfried "Herero")
Derridas Überlegungen sind schwer nachzuvollziehen. Seine Sprache ist praktisch unverständlich. Deshalb folgender Satz, der von dem Gothaer Professor Galletti stammt:
"Das Schwein trägt seinen Namen zurecht, denn es ist wirklich ein sehr unsauberes Tier".
(Im folgenden ist sehr wichtig die Begriffe "SIGNIFIKANT" und "SIGNIFIKAT" auseinanderzuhalten.)
Es ist die Unterstellung, dass die Lautfolge "Schwein" (-dito-:Njegr) schon das Wesen der Unsauberkeit ausdrückt. Tatsächlich ist sie aber ganz willkürlich und nichts an ihr drückt das Wesen des Schweinischen aus. Ein Schwein heißt nicht Schwein, weil das Wort treffend das Wesen dieses Tieres bezeichnet, sondern damit wir es nicht mit dem Wort "Schein" oder "Schwan" verwechseln. An sich spräche nämlich nichts dagegen, den weißen Vogel Schwein zu nennen, und das Rüsseltier Schwan. Dann würde man von "Schweinensee" , von "Leda und dem Schwein" , dem "Schloß Neuschweinstein" und dem "Schwein von Avon" sprechen.
Derrida glaubt nun, dass diese "akustische Täuschung" das ganze westliche Denken geprägt hat. Da es durch die Illusion von der unmittelbaren Anwesenheit des Logos (der Bedeutung, d.h. SIGNIFIKAT) gekennzeichnet ist, spricht Derrida von LOGOZENTRISMUS.
Dieses logozentrische Denken stellt "Anwesenheit" in den Mittelpunkt. Vor allem aber: der Logozentrismus unterschlägt die Selbständigkeit des SIGNIFIKANTEN, indem er ihn als unwichtig hinstellt und auf einen sekundären Posten verweist. ---> Paradebsp.: KAFFER (nur als SIGNIFIKAT erfundenes Wort. Bedeutung von KAFFER später)
Diese Asymmetrie setzt sich fort in einer Serie von Gegenbegriffen, bei der immer eine Seite höher bewertet wird als die andere: Mann/Frau Idee/Gegenstand Original/Kopie Wesen/Erscheinung.
Diese asymmetrischen Gegenbegriffe organisieren die symbolische Ordnung unserer Kultur und bestimmen was Sinn ist.
Mit anderen Worten Sinn ist Herrschaft. Die Verdrängung findet schon immer im Zeichensystem statt.
Unter dem Einfluß von Derrida und Foucault hat sich Gesellschaftskritik in Kritik an den kulturellen Symbolsystemen verwandelt.
Derrida bezeichnet die europäische Kultur nicht nur als logozentrisch, also rational, sondern auch als phallokratisch, also männlich.
Die Asymmetrie bei den Gegenbegriffen SIGNIFIKANT (Zeichen) / SIGNIFIKAT (Bedeutung) findet sich wieder in der Asymmetrie FRAU/MANN.
Entsprechend hat die abendländische Kultur sowohl die anderen Kulturen symbolisch enteignet!! ("tschuktscha" ; "njegr") als auch die Kultur der Weiblichkeit kolonisiert.
Gerade die Revolte der Feministinnen besteht aus einer Eroberung der Diskurse durch Symbolpolitik (s. an dieser Stelle "Frauenparkplatz")
Dabei zwingen sie die Gesellschaft sich nach einer neuen feministischen "Etikette" zu richten. (Bsp: "Frauenparkplatz")
Vor allem werden häßliche, diskriminierende Ausdrücke in schöne Ausdrücke verwandelt: man sagt nicht mehr "klein", sondern "vertikal herausgefordert" .. nicht mehr "doof", sondern "andersbegabt". Außerdem wird Gleichberechtigung der Geschlechter hergestellt: neben den Killer tritt die Killerin.
Politische Korrektheit: Der Sozialismus ist nach seinem Zusammenbruch von einem Kulturalismus beerbt worden.
Es ist heute die Moralisierung des Meinungsmarktes durch Schaukämpfe und Kampagnen zu beobachten. Ein falsches Wort in der Öffentlichkeit und schon bist du reif (geeignet) für die Vorführung vor dem Wohlfahrtsausschuss.
Der Meinungsmarkt ist selbst ein Schlachtfeld geworden. Jeder kann sich selbst seine eigene Theorie aus schon vorhandenen "zurechtstricken". Man kann falsch und richtig liegen, man muss also vorsichtig! sein. Zur Orientierung gibt es Warnschilder mit Aufschriften wie:
"Faschistisch. Betreten verboten - Lebensgefahr"
"Machistisch. Betreten auf eigene Gefahr. Söhne haften für ihre Väter"
"Achtung! Schlechte Wegstrecke. Eurozentrisch. Logozentrisch. Phallokratisch"
"Vorsicht, elitär"
"Biologistisch. Schleudergefahr"