русский
Germany.ruForen → Архив Досок→ Diskussionsclub

Рост цен на товары, падение цен на рабочую силу.

28.06.08 16:39
Re: Рост цен на товары, падение цен на рабочую сил
 
kilsus прохожий
in Antwort Greutung 28.06.08 16:33
К сожалению плохо пишу на русском.
Но хочется пару размышлений выставить насчёт "плохо-хорошо" в Германии.
Ich hoffe hier wird auch die Stimme des Volkes akzeptiert und nicht nur pseudowissenschaftliche Aussagen.
Mein Vater verdiente 1978 1800,- DM im Monat. Er arbeitete als ein einfacher Arbeiter in der Produktion eines Autoherstellers; der dafür bekannt ist, dass seine Entlohnung um 20% höher ist, als in der Branche...Eine 4-Zimmer-Wohnung kostete warm 750,- DM im Monat....Lebensmittel kosteten im Vergleich zu heute deutlich mehr. Kaffee (500 g=12,- DM), Fleisch (Thüringer Mett = 12,- DM/kg), Butter (250g=2,50 DM) waren nicht nur vergleichsweise teurer.
Es gab zwei Discounter (ALDI) in einer Stadt mit einer Einwohnerzahl in Höhe 130.000,-. Schuhe, Kleidung, Elektrogeräte, Möbel, Baumaterial musste in Fachgeschäften gekauft werden, da es noch keine └Discountisierung⌠ gab (nix Media Markt, Praktiker, Deichmann, C&A). Entsprechend höher spiegelten sich diese Ausgaben im Warenkorb eines durchschnittlichen Normalverdieners wieder, als es heute der Fall ist.
Benzin und die Versicherung für das Auto waren verhältnismässig niedriger, als heute. Das galt aber nicht für die restliche Unterhaltung des Kfz. Nix Pit-Stop, Scheiben- Doktor, Reifen- Discount.
Auf dem Parkplatz vor dem Haus, der für 40 Autos ausgelegt war, parkten gerade mal 10 Autos. Wenn ich heute zu Besuch komme, finde ich mit Mühe einen Platz in der mittelbarer Umgebung....
Von Zweitwagen war früher überhaupt kein Reden. In den meisten Familien arbeitete nur der Mann. └Meine Frau und arbeiten!? Was sollen die Nachbarn sagen!?⌠
Der Sparsinn beim Autofahren war ausgeprägter als jetzt. Der Verkehr rollte mehr, als er, wie jetzt; hetzte....Mein eigenes Fahrverhalten damals war ziemlich offensiv. Wenn ich die Mäglichkeit hatte eine Autobahn zu benutzen ließ ich └die Sau raus⌠. Auf der Strecke Hannover-Frankfurt überholten mich, wenn es hoch kommt, allenfalls 3-4 Autos.... Heutzutage hat man manchmal Schwierigkeiten auf die linke Fahrspur zu wechseln; weil die mit Dränglern dicht ist...Soviel zum Kostenbewusstsein beim Autofahren heutzutage.
Den Urlaub machte man in den Ländern, die man mit dem Auto erreichen konnte. Man flog allenfalls nach Mallorca. Und das nur einmal im Jahr.
Das Freizeitverhalten war bescheidener....Vergleich zwischen Rolling Stones- Konzerten Anfang der 80er Jahre und jetzt:
Ticketpreise - billigste Karte= 30,-DM; teuerste= 60,-. Stolze Preise damals. Kaum ein Konzert ist ausverkauft. Trotzdem fröhliche Stimmung √ Love, Peace und Rock`n Roll.
Die Konzerte heute sind lange vorher ausverkauft. Bei Preisen von bis zu 900(!!) Euro. Fröhliche Stimmung wirkt gekünstelt. Aber die Leute strömen.
In den Freizeitparks konnte man sich früher wirklich erholen. Heute verderben die Menschenmengen jedwede Lust, geschweige den die Höhe der Eintrittspreise und der Preise für die Versorgung. Aber die Leute strömen.
Die Spassbäder sind überfüllt. Früher musste man zum nächsten hunderte Kilometer fahren. Heute gibt es an jeder Ecke einen. (Und immer weniger Kinder können schwimmen!)
Genauso strömen die Leute in die Bundesliga-Stadien. Bei verhältnismäßig sehr höheren Preisen als früher. Und bei gleichzetig schlechterem Fussball als früher.
└⌠⌠⌠⌠⌠⌠⌠⌠⌠⌠⌠⌠
Was ich damit sagen will.
Wir haben nicht zuwenig Geld, wir haben zu hohe Ansprüche!
Kaum jemand fühlte sich früher arm! Mit einem Mal kommt heutzutage die Armutsdebatte hoch.
Im Fernsehen werden Familien vorgestellt, die von 3500,- Euro netto (!) im Monat kaum über die Runden kommen.
Die Hartz 4- Empfänger klagen, dass es bei ihnen nicht mal für das Essen reicht! Wie wärs den mit Kochen. Fertiggerichte schlagen nun mal höher zu Buche.
Wenn jetzt von einem Abschwung geredet wird, so ist dass nicht mehr als ein Konjunkturzyklus, der den Markt bereinigt, die Leute wieder zur Bescheidenheit zurückbringt und, nach diesem Korrektiv, wieder zum neuen Aufschwung führen wird. So funktioniert nun mal die Marktwirtschaft.
Um diese zu verstehen muss man ein Leben gelebt haben. Und nicht ca. 20 Jahre, wie viele User dieses Forums. Erst dann kann man sich anmassen ein Urteil darüber abzugeben und Schlussfolgerungen für die Zukunft abgeben.

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe.
 

Sprung zu