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Любимое.Для души.

26.12.25 16:33
Re: Любимое.Для души.
 
legende2018 патриот
legende2018
in Antwort legende2018 20.12.25 21:24

Madeleine, 82 Jahre alt, war seit zwanzig Jahren Witwe. Ihre Kinder besuchten sie sonntags, brachten Blumen mit und sagten jedes Mal dasselbe:

— Pass gut auf dich auf, Mama, und mach keine Dummheiten.

Doch Madeleine fühlte sich noch lebendig, mit einem Herzen, das immer noch kräftig schlug.


Im selben Viertel lebte Georges, 85 Jahre alt, ein ehemaliger Literaturprofessor. Sie begegneten sich im Kulturzentrum bei einem Lesekreis. Zunächst waren sie nur angenehme Gesprächspartner … doch zwischen Gedichten und gemeinsamem Kaffee wuchs langsam etwas Tieferes.


Eines Nachmittags, bei einem Spaziergang im Park, blieb Madeleine vor einem Brunnen stehen.

— Georges … hat es in unserem Alter überhaupt noch Sinn, von Liebe zu sprechen?

Er sah sie liebevoll an und nahm ihre Hand:

— Liebe kennt kein Alter, Madeleine. Sie kommt, wann sie will, und nur die Mutigen wagen es, sie anzunehmen.


Von da an sahen sie sich jeden Tag. Ganz unauffällig.

Doch es gab ein Hindernis: ihre Kinder.

Madeleines Kinder fürchteten, man könne sie ausnutzen.

Georges’ Kinder meinten, „so etwas gehöre sich in diesem Alter nicht mehr“.


— Sie behandeln uns wie Porzellan, seufzte Madeleine.

— Aber wir sind noch aus Fleisch und Blut. Also gönnen wir uns eine letzte Verrücktheit, antwortete Georges lachend.


So kamen sie auf eine Idee: heimlich zu heiraten.

Keine große Feier, keine Erlaubnisse.

Nur sie beide, der Pfarrer einer kleinen, vergessenen Kirche und zwei zufällige Zeugen.


Am großen Tag zog Georges einen dunkelblauen Anzug an, den er seit seiner Pensionierung aufbewahrt hatte. Madeleine trug ein schlichtes elfenbeinfarbenes Kleid und einen kleinen Strauß Margeriten vom Blumenladen um die Ecke.

— Du bist wunderschön, Madeleine. Du siehst aus wie eine Braut von zwanzig.

— Und du wie ein Filmheld, erwiderte sie und errötete wie ein junges Mädchen.


In der kleinen Kapelle gab es kaum zehn Bänke.

Der Priester fragte sie mit einem verschmitzten Lächeln:

— Sind Sie sich dieses Schrittes sicher?

— Vater, ich war mir nie sicherer als heute, sagte Madeleine entschlossen.

— Und ich habe fünfundachtzig Jahre auf diese Gewissheit gewartet, fügte Georges hinzu.


Als sie „Ja“ sagten, zitterten ihre Stimmen, doch ihre Augen leuchteten vor jugendlicher Freude. Beim Austausch der silbernen Ringe flüsterte Madeleine:

— Man hat uns die Jugend genommen, Georges, aber nicht diesen Moment.

— Ab heute entscheidet niemand mehr für uns, antwortete er und drückte ihre Hand.


Als sie die Kirche verließen, streifte die Sonne sanft ihre Schultern. Sie gingen über das Kopfsteinpflaster wie zwei frisch Verliebte. Im ersten Bistro bestellten sie ein Glas Wein und ein Omelett.

— Was feiern Sie denn, ihr Großeltern? fragte der Kellner scherzend.

— Unsere Hochzeit, sagte Georges mit einem Augenzwinkern.


Der Kellner hielt es für einen Scherz. Doch sie tauschten einen stillen Blick — ihr Geheimnis gehörte nur ihnen und dem Himmel.


Am Abend, bei Madeleine zu Hause, zündeten sie eine Kerze an und teilten Suppe und Brot. Kein Luxus, kein Orchester. Als sie ihre ungleichen Gläser erhoben, sagte Georges:

— Das ist der Beginn unserer Ewigkeit.

Und Madeleine antwortete mit Tränen in den Augen:

— Danke, dass du mich daran erinnerst, dass das Leben nicht in Jahren gemessen wird, sondern in solchen Augenblicken.


In ihr Tagebuch schrieb sie später:

„Heute habe ich alle Regeln gebrochen. Heute habe ich verstanden, dass es niemals zu spät ist, noch einmal zu sagen: ‚Ja, ich will.‘“

Все свои поступки совершай только в Гармонии со Своей Совестью.
 

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