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$ vs. ┬
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в ответ Аlex 11.04.03 16:17
Отправитель: Аlex
Заголовок: Re: $ vs. ┬
Jeder weiß, daß die USA ökonomisch und militärisch die Welt beherrschen. Aber die genauen Mechanismen, die zur amerikanische Hegemonie geführt haben und sie nun absichern, sind möglicherweise weniger gut durchschaut worden, als sie es sein sollten. Ein Werkzeug mit großer Wirkung war der Dollar. Doch seine Wirksamkeit ist bedroht, seit Europa kürzlich den Euro eingeführt hat.
Der Dollar ist faktisch die Welt-Reservewährung: Etwa zwei Drittel aller offiziellen Währungsreserven werden in Dollar gehalten. Mehr als vier Fünftel aller Außenwirtschaftstransaktionen und die Hälfte der Weltausfuhr werden in Dollar abgewickelt. Außerdem werden alle Kredite des Weltwährungsfonds in Dollar gewährt. Doch je mehr Dollar außerhalb der USA zirkulieren oder von außländischen Eignern in den USA angelegt werden, umso mehr auch muß der Rest der Welt die USA im Austausch für diese Dollar mit Gütern und Dienstleistungen beliefern. Die Herstellung von Dollar kostet die USA nahezu nichts. Die Tatsache, daß die Welt den Dollar auf diese Weise gebraucht, heißt also, daß die USA große Mengen an Gütern und Dienstleistungen praktisch umsonst importieren.
Da eine so große Menge Dollar im ausländischen Besitz nicht für amerikanische Güter und Dienstleistungen ausgegeben werden, sind die USA offenbar in der Lage, Jahr für Jahr ohne größere wirtschaftliche Folgen ein riesiges Außenhandelsdefizit anzuhäufen. Die jüngst veröffentlichten Zahlen zum Beispiel zeigen, daß im November letzten Jahres (2002, d. Ü.) die US-Einfuhr 48 Prozent mehr wert war als die Ausfuhr.[1] Kein anderes Land kann sich ungestraft ein so großes Außenhandelsdefizit leisten. Die Finanz-Medien erklären uns, daß die USA als └consumer of last resort⌠ (└der Verbraucher-Wenn-alle-Stricke-reißen⌠) fungieren. Uns wird damit nahe gelegt, daß wir den USA dankbar sein sollten. Aber mehr einleuchten würde eine Beschreibung des Sachverhalts als gewaltiges zinsloses Darlehen, das die übrige Welt den USA gewährt.
Die Position der USA scheint unangreifbar, aber bedenken wir: Je mehr einer hat, desto mehr hat er zu verlieren. Und kürzlich gab es Anzeichen dafür, wie zum ersten Mal seit langem die USA anfangen könnten zu verlieren.
Eines der anerkannten Wirtschaftsziele, und vielleicht das vorrangige bei seiner Einführung war, den Euro zu einer Reservewährung zu machen, die dem Dollar gegenüberträte, sodaß auch Europa für nichts etwas bekommen würde.
Aber das eben wäre ein Desaster für die USA. Nicht nur würden die USA einen Großteil ihrer jährlichen Subventionen, bestehend aus praktisch kostenlosen Gütern und Dienstleistungen, verlieren, sondern außerdem würden auch die Länder, die vom Dollar zum Euro als Reservewährung übergehen, den Wert der US-Währung beeinträchtigen. Einfuhren würden nach und nach die Amerikaner eine Menge mehr kosten, und da eine wachsende Zahl derer, die Dollar haben, sie nach und nach ausgeben, müßten die USA anfangen, ihre Schulden zurückzuzahlen, indem sie Güter und Dienstleistungen ins Ausland liefern. Damit aber würden sie den amerikanischen Lebensstandard senken. Wenn Länder und Unternehmen ihre Dollar-Anlagen in Euro-Anlagen umwandeln, dann wird ohne Zweifel die US-Immobilien- und Wertpapier-Blase platzen. Die Federal Reserve Bank wäre nicht mehr im Stande, mehr Scheine zu drucken, um die Blase wieder aufzupusten, wie sie es zur Zeit offen erwägt. Denn ohne eine Menge Ausländer, die scharf darauf sind, die Dollarscheine weg zu putzen, käme es zu einer ersthaften Inflation, die ihrerseits die Ausländer noch stärker davor zurückschrecken lassen würde, die US-Währung zu behalten, und so würde sich die Krise weiter vertiefen.
Aber auf diesem Weg liegt ein größeres Hindernis: Öl. Öl ist nicht nur bei weitem das wichtigste internationale Handelsgut, es ist der Lebenssaft aller modernen industrialisierten Volkswirtschaften. Hast du kein Öl, mußt du es kaufen. Und wenn du Öl auf den internationalen Märkten kaufen willst, mußt du normalerweise Dollar haben. Bis vor kurzem waren alle OPEC-Länder sich darüber einig, Öl nur gegen Dollar zu verkaufen. Solange wie das der Fall war, war es unwahrscheinlich, daß der Euro Hauptreservewährung werden könnte: Es hat nicht viel Sinn, Euros vorzuhalten, wenn sie in Dollar gewechselt werden müssen, sobald Öl gekauft werden muß. Diese Regelung hieß auch, daß die USA tatsächlich den gesamten Welt-Ölmarkt teil-beherrschten: Öl konnte nur kaufen, wer Dollar hatte, und nur ein Land hatte das Recht Dollar zu drucken - die USA.
Wenn andererseits die OPEC entscheiden würde, nur Euro für ihr Öl zu akzeptieren (unterstellt, ihr würde erlaubt, so zu entscheiden), dann wäre es vorbei mit der amerikanischen Wirtschaftsdominanz. Nicht nur würde Europa nicht mehr so viele Dollar benötigen, sondern auch Japan, das 80 Prozent seines Öls aus dem Nahen Osten bezieht, würde es für vernünftig ansehen, einen Großteil seiner Dollar-Guthaben in Euro-Guthaben umzuwandeln. (Japan subventioniert die USA am meisten, weil es so viele Dollar-Investitionen getätigt hat.) Die USA andererseits, als weltgrößte Ölimporteure, würden einen Außenhandelsüberschuß erzielen müssen, um Euros zu erlangen. Der Wechsel von einem Handelsbilanzdefizit zu einem Handelsbilanzüberschuß müßte in einem Augenblick vollzogen werden, in dem ihre Immobilien- und Börsenpreise zusammenbrechen und das inländische Angebot an Öl und Gas dahin schwindet. Es wäre eine sehr schmerzliche Umstellung.
Die rein wirtschaftlichen Argumente dafür, daß die OPEC zumindest für eine Weile auf den Euro umzusteigt, scheinen sehr überzeugend. Die Euro-Zone häuft weder ein riesiges Außenhandelsdefizit auf, noch ist sie beim Rest der Welt schwer verschuldet, wie die USA, und die Zinsen liegen in der Euro-Zone merklich höher. Die Euro-Zone hat einen höheren Anteil am Welthandel als die USA und ist der Haupthandelspartner des Nahen Ostens. Und nahezu alles, was man für Dollar kaufen kann, kann man auch für Euro kaufen - außer natürlich Öl. Zudem, wenn die OPEC ihre Dollar-Anlagen in Euro-Anlagen umwandelt und dann die Bezahlung des Öls in Euro verlangt, so würden ihre Anlagen sofort im Wert steigen, weil öleinführende Länder ebenfalls gezwungen wären, Teile ihrer Guthaben zu konvertieren, was die Preise hochtreiben würde. Für die OPEC wäre die Stärkung des Euro eine sich selbst erfüllende Prophezeihung. Die OPEC könnte dann zu einem späteren Zeitpunkt zu einer anderen Währung übergehen, vielleicht zurück zum Dollar, und wieder riesige Gewinne machen.
Aber natürlich ist das keine rein wirtschaftliche Entscheidung.
Bisher hat es erst ein OPEC-Land gewagt, zum Euro überzugehen: Irak im November 2000[2],[3]. Es besteht wenig Zweifel daran, daß es sich hierbei um einen bewußten Versuch Saddams gehandelt hat, gegen die USA zurück zu schlagen. Wirtschaftlich hat es sich als ein gewaltiger Erfolg herausgestellt: Zum Zeitpunkt der irakischen Umstellung war der Euro 83 US-Cent wert. Jetzt liegt er über 1,05 Dollar (Anm. d. Übers.: Mitte März 2003 über 1,10 Dollar). Aber diese Entscheidung könnte auch andere Folgen haben.
Ein anderes OPEC-Land hat seit 1999 öffentlich über einen möglichen Wechsel zum Euro gesprochen: Iran[4], ein Land, das seitdem zu George W. Bushs └Achse des Bösen⌠ gehört.
Ein drittes OPEC-Land, daß sich kürzlich mit der US-Regierung entzweit hat, ist Venezuela, und auch dieses Land hat sich illoyal zum Dollar verhalten. Unter Hugo Chavez▓ Regierung hat Venezuela Barter-Geschäfte (Anm. d. Übers.: Ware gegen Ware) mit zwölf lateinamerikanischen Ländern und mit Kuba vereinbart. Das heißt, den USA entgeht ihre übliche Subvention, und das mag erklären, warum die Amerikaner Chávez gehen sehen wollen. Auf dem OPEC-Gipfel im September 2000 trug Chávez den OPEC-Regierungschefs den Bericht über das └Iinternational Seminar on the Future of Energy⌠ vor, einer Konferenz, die Chávez im gleichen Jahr über das zukünftige Angebot an fossiler und erneuerbaren Energie einberufen hatte. Eine der beiden zentralen Empfehlungen war, daß die └OPEC sich den hochtechnisierten elektronischen Barter- und Bilateral-Austausch ihres Öls mit ihren Entwicklungsländer-Kunden zu Nutze machen solle⌠[5], das heißt, die OPEC solle sowohl den Dollar als auch den Euro bei vielen Geschäften meiden.
Und letzten April hielt ein führender OPEC-Repräsentant in Spanien während der spanischen EU-Präsidentschaft einen Vortrag, in dem er verdeutlichte, daß die OPEC zwar noch nicht plane, Öl für Euros anzubieten, aber daß es eine Möglichkeit sei, die in Betracht gezogen würde und die durchaus von wirtschaftlichem Vorteil für viele OPEC-Länder sein könnte, vor allem die im Nahen Osten.[6]
Die Ölproduktion in den meisten ölproduzierenden Ländern sinkt. In den kommenden Jahren wird daher die Bedeutung der großen Ölproduzenten, besonders der im Nahen Osten steigen und steigen.[7]
Der Irak, dessen Ölproduktion durch die Sanktionen stark beschnitten worden ist, ist eines der wenigen Länder, die den drohenden Mangel an Öl lindern helfen können. Europa, ebenso wie der Rest der Welt, wünscht sich eine friedliche Lösung der Spannungen zwischen den USA und dem Irak und eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen. Das würde seinen Interessen sicher am meisten dienen. Doch da irkisches Öl in Euro gehandelt wird, könnte seine größere Verfügbarkeit den Würgegriff des Dollar lockern und möglicherweise der US-amerikanischen wirtschaftlichen Gesundheit mehr schaden als nützen.
All das sind schlechte Nachrichten für die US-Wirtschaft und den Dollar. Washington muß befürchten, daß künftig nicht nur der Ölpreis nicht in Ordnung ist, sondern auch das Zahlungsmittel nicht. Was vielleicht erklären hilft, warum die USA sich verstärkt ihrem zweiten großen Werkzeug zur Beherrschung der Weltgeschäfte zuwenden: der militärischen Gewalt.[8]
Lieber am Busen der Nаtur als am Arsch der Welt ;)
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Jeder weiß, daß die USA ökonomisch und militärisch die Welt beherrschen. Aber die genauen Mechanismen, die zur amerikanische Hegemonie geführt haben und sie nun absichern, sind möglicherweise weniger gut durchschaut worden, als sie es sein sollten. Ein Werkzeug mit großer Wirkung war der Dollar. Doch seine Wirksamkeit ist bedroht, seit Europa kürzlich den Euro eingeführt hat.
Der Dollar ist faktisch die Welt-Reservewährung: Etwa zwei Drittel aller offiziellen Währungsreserven werden in Dollar gehalten. Mehr als vier Fünftel aller Außenwirtschaftstransaktionen und die Hälfte der Weltausfuhr werden in Dollar abgewickelt. Außerdem werden alle Kredite des Weltwährungsfonds in Dollar gewährt. Doch je mehr Dollar außerhalb der USA zirkulieren oder von außländischen Eignern in den USA angelegt werden, umso mehr auch muß der Rest der Welt die USA im Austausch für diese Dollar mit Gütern und Dienstleistungen beliefern. Die Herstellung von Dollar kostet die USA nahezu nichts. Die Tatsache, daß die Welt den Dollar auf diese Weise gebraucht, heißt also, daß die USA große Mengen an Gütern und Dienstleistungen praktisch umsonst importieren.
Da eine so große Menge Dollar im ausländischen Besitz nicht für amerikanische Güter und Dienstleistungen ausgegeben werden, sind die USA offenbar in der Lage, Jahr für Jahr ohne größere wirtschaftliche Folgen ein riesiges Außenhandelsdefizit anzuhäufen. Die jüngst veröffentlichten Zahlen zum Beispiel zeigen, daß im November letzten Jahres (2002, d. Ü.) die US-Einfuhr 48 Prozent mehr wert war als die Ausfuhr.[1] Kein anderes Land kann sich ungestraft ein so großes Außenhandelsdefizit leisten. Die Finanz-Medien erklären uns, daß die USA als └consumer of last resort⌠ (└der Verbraucher-Wenn-alle-Stricke-reißen⌠) fungieren. Uns wird damit nahe gelegt, daß wir den USA dankbar sein sollten. Aber mehr einleuchten würde eine Beschreibung des Sachverhalts als gewaltiges zinsloses Darlehen, das die übrige Welt den USA gewährt.
Die Position der USA scheint unangreifbar, aber bedenken wir: Je mehr einer hat, desto mehr hat er zu verlieren. Und kürzlich gab es Anzeichen dafür, wie zum ersten Mal seit langem die USA anfangen könnten zu verlieren.
Eines der anerkannten Wirtschaftsziele, und vielleicht das vorrangige bei seiner Einführung war, den Euro zu einer Reservewährung zu machen, die dem Dollar gegenüberträte, sodaß auch Europa für nichts etwas bekommen würde.
Aber das eben wäre ein Desaster für die USA. Nicht nur würden die USA einen Großteil ihrer jährlichen Subventionen, bestehend aus praktisch kostenlosen Gütern und Dienstleistungen, verlieren, sondern außerdem würden auch die Länder, die vom Dollar zum Euro als Reservewährung übergehen, den Wert der US-Währung beeinträchtigen. Einfuhren würden nach und nach die Amerikaner eine Menge mehr kosten, und da eine wachsende Zahl derer, die Dollar haben, sie nach und nach ausgeben, müßten die USA anfangen, ihre Schulden zurückzuzahlen, indem sie Güter und Dienstleistungen ins Ausland liefern. Damit aber würden sie den amerikanischen Lebensstandard senken. Wenn Länder und Unternehmen ihre Dollar-Anlagen in Euro-Anlagen umwandeln, dann wird ohne Zweifel die US-Immobilien- und Wertpapier-Blase platzen. Die Federal Reserve Bank wäre nicht mehr im Stande, mehr Scheine zu drucken, um die Blase wieder aufzupusten, wie sie es zur Zeit offen erwägt. Denn ohne eine Menge Ausländer, die scharf darauf sind, die Dollarscheine weg zu putzen, käme es zu einer ersthaften Inflation, die ihrerseits die Ausländer noch stärker davor zurückschrecken lassen würde, die US-Währung zu behalten, und so würde sich die Krise weiter vertiefen.
Aber auf diesem Weg liegt ein größeres Hindernis: Öl. Öl ist nicht nur bei weitem das wichtigste internationale Handelsgut, es ist der Lebenssaft aller modernen industrialisierten Volkswirtschaften. Hast du kein Öl, mußt du es kaufen. Und wenn du Öl auf den internationalen Märkten kaufen willst, mußt du normalerweise Dollar haben. Bis vor kurzem waren alle OPEC-Länder sich darüber einig, Öl nur gegen Dollar zu verkaufen. Solange wie das der Fall war, war es unwahrscheinlich, daß der Euro Hauptreservewährung werden könnte: Es hat nicht viel Sinn, Euros vorzuhalten, wenn sie in Dollar gewechselt werden müssen, sobald Öl gekauft werden muß. Diese Regelung hieß auch, daß die USA tatsächlich den gesamten Welt-Ölmarkt teil-beherrschten: Öl konnte nur kaufen, wer Dollar hatte, und nur ein Land hatte das Recht Dollar zu drucken - die USA.
Wenn andererseits die OPEC entscheiden würde, nur Euro für ihr Öl zu akzeptieren (unterstellt, ihr würde erlaubt, so zu entscheiden), dann wäre es vorbei mit der amerikanischen Wirtschaftsdominanz. Nicht nur würde Europa nicht mehr so viele Dollar benötigen, sondern auch Japan, das 80 Prozent seines Öls aus dem Nahen Osten bezieht, würde es für vernünftig ansehen, einen Großteil seiner Dollar-Guthaben in Euro-Guthaben umzuwandeln. (Japan subventioniert die USA am meisten, weil es so viele Dollar-Investitionen getätigt hat.) Die USA andererseits, als weltgrößte Ölimporteure, würden einen Außenhandelsüberschuß erzielen müssen, um Euros zu erlangen. Der Wechsel von einem Handelsbilanzdefizit zu einem Handelsbilanzüberschuß müßte in einem Augenblick vollzogen werden, in dem ihre Immobilien- und Börsenpreise zusammenbrechen und das inländische Angebot an Öl und Gas dahin schwindet. Es wäre eine sehr schmerzliche Umstellung.
Die rein wirtschaftlichen Argumente dafür, daß die OPEC zumindest für eine Weile auf den Euro umzusteigt, scheinen sehr überzeugend. Die Euro-Zone häuft weder ein riesiges Außenhandelsdefizit auf, noch ist sie beim Rest der Welt schwer verschuldet, wie die USA, und die Zinsen liegen in der Euro-Zone merklich höher. Die Euro-Zone hat einen höheren Anteil am Welthandel als die USA und ist der Haupthandelspartner des Nahen Ostens. Und nahezu alles, was man für Dollar kaufen kann, kann man auch für Euro kaufen - außer natürlich Öl. Zudem, wenn die OPEC ihre Dollar-Anlagen in Euro-Anlagen umwandelt und dann die Bezahlung des Öls in Euro verlangt, so würden ihre Anlagen sofort im Wert steigen, weil öleinführende Länder ebenfalls gezwungen wären, Teile ihrer Guthaben zu konvertieren, was die Preise hochtreiben würde. Für die OPEC wäre die Stärkung des Euro eine sich selbst erfüllende Prophezeihung. Die OPEC könnte dann zu einem späteren Zeitpunkt zu einer anderen Währung übergehen, vielleicht zurück zum Dollar, und wieder riesige Gewinne machen.
Aber natürlich ist das keine rein wirtschaftliche Entscheidung.
Bisher hat es erst ein OPEC-Land gewagt, zum Euro überzugehen: Irak im November 2000[2],[3]. Es besteht wenig Zweifel daran, daß es sich hierbei um einen bewußten Versuch Saddams gehandelt hat, gegen die USA zurück zu schlagen. Wirtschaftlich hat es sich als ein gewaltiger Erfolg herausgestellt: Zum Zeitpunkt der irakischen Umstellung war der Euro 83 US-Cent wert. Jetzt liegt er über 1,05 Dollar (Anm. d. Übers.: Mitte März 2003 über 1,10 Dollar). Aber diese Entscheidung könnte auch andere Folgen haben.
Ein anderes OPEC-Land hat seit 1999 öffentlich über einen möglichen Wechsel zum Euro gesprochen: Iran[4], ein Land, das seitdem zu George W. Bushs └Achse des Bösen⌠ gehört.
Ein drittes OPEC-Land, daß sich kürzlich mit der US-Regierung entzweit hat, ist Venezuela, und auch dieses Land hat sich illoyal zum Dollar verhalten. Unter Hugo Chavez▓ Regierung hat Venezuela Barter-Geschäfte (Anm. d. Übers.: Ware gegen Ware) mit zwölf lateinamerikanischen Ländern und mit Kuba vereinbart. Das heißt, den USA entgeht ihre übliche Subvention, und das mag erklären, warum die Amerikaner Chávez gehen sehen wollen. Auf dem OPEC-Gipfel im September 2000 trug Chávez den OPEC-Regierungschefs den Bericht über das └Iinternational Seminar on the Future of Energy⌠ vor, einer Konferenz, die Chávez im gleichen Jahr über das zukünftige Angebot an fossiler und erneuerbaren Energie einberufen hatte. Eine der beiden zentralen Empfehlungen war, daß die └OPEC sich den hochtechnisierten elektronischen Barter- und Bilateral-Austausch ihres Öls mit ihren Entwicklungsländer-Kunden zu Nutze machen solle⌠[5], das heißt, die OPEC solle sowohl den Dollar als auch den Euro bei vielen Geschäften meiden.
Und letzten April hielt ein führender OPEC-Repräsentant in Spanien während der spanischen EU-Präsidentschaft einen Vortrag, in dem er verdeutlichte, daß die OPEC zwar noch nicht plane, Öl für Euros anzubieten, aber daß es eine Möglichkeit sei, die in Betracht gezogen würde und die durchaus von wirtschaftlichem Vorteil für viele OPEC-Länder sein könnte, vor allem die im Nahen Osten.[6]
Die Ölproduktion in den meisten ölproduzierenden Ländern sinkt. In den kommenden Jahren wird daher die Bedeutung der großen Ölproduzenten, besonders der im Nahen Osten steigen und steigen.[7]
Der Irak, dessen Ölproduktion durch die Sanktionen stark beschnitten worden ist, ist eines der wenigen Länder, die den drohenden Mangel an Öl lindern helfen können. Europa, ebenso wie der Rest der Welt, wünscht sich eine friedliche Lösung der Spannungen zwischen den USA und dem Irak und eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen. Das würde seinen Interessen sicher am meisten dienen. Doch da irkisches Öl in Euro gehandelt wird, könnte seine größere Verfügbarkeit den Würgegriff des Dollar lockern und möglicherweise der US-amerikanischen wirtschaftlichen Gesundheit mehr schaden als nützen.
All das sind schlechte Nachrichten für die US-Wirtschaft und den Dollar. Washington muß befürchten, daß künftig nicht nur der Ölpreis nicht in Ordnung ist, sondern auch das Zahlungsmittel nicht. Was vielleicht erklären hilft, warum die USA sich verstärkt ihrem zweiten großen Werkzeug zur Beherrschung der Weltgeschäfte zuwenden: der militärischen Gewalt.[8]
Lieber am Busen der Nаtur als am Arsch der Welt ;)
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