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о Ты, Вы, You, Thou & Lecken Sie mich bitte

04.12.03 16:58
Re: о Ты, Вы, You, Thou & Lecken Sie mich bitte
 
scorpi_ скептик
in Antwort olya.de 04.12.03 14:10
Век живи, век учись.
В ответ на:


Der alte Duden empfiehlt unter R 71: Das Anredepronomen in Briefen wird groß geschrieben.
Diese Regel gilt für alle Fürwörter der 2. Person in Singular und Plural und allen Fällen, also Du, Dich, Dir, Ihr, Euch, und ihre Possessivadjektive ('besitzanzeigenden Eigenschaftswörter', also Dein, Deine, Euer, Eure). Der Duden sagt:
Liebe Silke, ich hoffe, daß es Dir und Euch allen gutgeht und daß Du Deine Ferien an der See angenehm verlebst ....
Dasselbe gilt auch in feierlichen Aufrufen und Erlassen, Grabinschriften, Widmungen, Mitteilungen des Lehrers an einen Schüler unter Schularbeiten, auf Fragebogen, bei schriftlichen Prüfungsaufgaben usw.
[...]
Bei der Wiedergabe von Reden, Dialogen u.ä., in Protokollen, Prospekten, Lehrbüchern u.ä. wird jedoch klein geschrieben.
Liebe Freunde! Ich habe euch heute zusammengerufen ... Lies die Sätze langsam vor. Wo machst du eine Pause?
Welchen Grund hat diese Bestimmung √ was haben Briefe, Aufrufe, Erlasse, Grabinschriften, Widmungen etc. einerseits und Reden, Protokolle, Lehrbücher etc. andererseits gemein? Natürlich ist die Auswahl dieser Textsorten nicht willkürlich, sondern das Ergebnis (die Konkretisierung) einer zugrundeliegenden Regel, die zwei verschiedene Bedeutungen beschreibt und die der alte Duden leider nicht explizit nennt:
Offensichtlich gelten die groß geschriebenen vertraulichen Anredepronomen (Du, Dich, Dir, Dein etc.) für die schriftliche Ansprache dem Schreiber persönlich bekannter Personen, klein geschriebene (du, dich, dir, dein etc.) hingegen für die schriftliche Wiedergabe mündlicher Anrede (Zitate in Reden, Dialogen etc.) und für die unpersönliche bzw. anonyme schriftliche Ansprache eines unbekannten Personenkreises.
In der jahrzehntelangen Praxis wurde und wird allerdings auch in Zitaten meist die Großschreibung ("Du" etc.) verwendet, offenbar um den persönlichen Charakter der Anrede auch durch Dritte beizubehalten.
Während also der natürliche Trend zur Großschreibung der Anredepronomen und -adjektive ging und geht, trat die Kleinschreibung in persönlicher Anrede (die dann eigentlich keine mehr ist) eher selten und dann meist als Folge einer Rechtschreibschwäche auf; erst neuerdings ist eine vorsätzliche Kleinschreibung und damit Herabwürdigung des Lesers als Ausdruck von Mitläufertum mit der "Schreibreform" zu beobachten.


 

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